Listen to the music ...

Seit ca. 2017 nutze ich den Streaming-Dienst Spotify. Ich nutze ihn mit Begeisterung aber auch sehr konsumorientiert. Bei mehr als 50 Millionen Songs habe auch ich mich zu Eile treiben lassen. Und obwohl mir immer klar war, dass diese Titelmenge nie in einem Leben gehört werden kann,hab ich angefangen, möglichst viel und dann halt nur einmal zu hören. Und wie heisst es so schön: "Durch einfache Rechnung ergibt sich sofort...."

50 Mio Titel bei einer angenommenen Spieldauer von 4 Min bringen es auf eine Gesamtspieldauer von 200 Mio. Min.
Das sind etwa 3,3 Mio Stunden. Wenn ich jeden Tag 4 Stunden jeden Titel auch nur einmal hören würde, müsste ich 825000 Tage oder 2260 Jahre Musik hören.

Als Schüler, damals in den Siebzigern, hab ich mir etwa alle 2 - 3 Monate eine LP gekauft. Und die liefen dann rauf und runter - den ganzen Tag. Ich kannte die musikalischen Abläufe bis ins Detail. Noch heute freu ich mich beim Hören dieser alten Titel, wenn ich immer schon sagen kann, wie und wann beispielweise ein Solo einsetzt, was sich klanglich und dynamisch im nächsten Moment tut.

Die Beziehung zur Musik war viel intensiver. Als ich dann Mitte der Achtziger ins CD-Zeitalter aufbrach, hat sich an den Hör- und Kaufgewohnheiten wenig geändert. Gut, meine finaziellen Mittel waren da deutlich jenseits von Taschengeld und damit habe ich mir teilweise 2-3 CDs im Monat gekauft. Selbst als ich zu Itunes wechselte und mir nur noch Musikfiles kaufte, hatte sich außer dem Medium nichts geändert.

Für eine intensive Auseinandersetzung mit meiner Musik waren es immer noch wenig Alben genug. Mit Spotify hat sich das dann gedreht. Mehr und schneller statt billiger und trotzdem intensiv.

2020 werde ich Musik wieder mehr in althergbrachter Weise hören. Das ist keiner diesen typischen Neujahrsvorsätze, sondern irgendwann mitten im Januar entstanden... Statt eines Jahresfotoprojekts mal ein Jahresmusikprojekt.

...und das läuft so:

  • in den Einstellungen von Spotify bei Wiedergabe Autoplay deaktivieren
  • für jeden Monat eine Playlist mit ca. 10 Alben anlegen
  • am Ende des Monats kommen die drei meiner Meinung nach besten Alben in die Jahresliste
  • meine persönlichen Lieblingsalben aus dieser Playlist verlinke ich hier (zum Nachhören)

Und wenn alles planmässig läuft, sollten da heuer einige Entdeckungen drin sein. Ich stell mir vor, dass das wie so ein Psychogramm übers Jahr meine unterschiedlichen Stimmungen wiederspiegelt.

Ich freu mich, wie immer, über Mails.

und zurück