Fahrrad
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Wider das Pedelec…

Das Fahrrad feiert heuer seinen 200. Geburtstag. Vielgelobt ist seine technische Einfachheit und seine physikalische Eleganz. Auch soziologisch hat das Fahrrad einiges bewegt. Sehr schön wird das in der Gebrauchsanweisung fürs Fahrradfahren  beschrieben.

Aber…

In letzter Zeit wurde ich häufig ungläubig angeschaut, weil ich noch nicht mit dem Pedelec unterwegs bin. Und tatsächlich scheint alle Welt cool zu sein und Pedelec zu fahren.

Ich hab so ein Rad mal getestet und war begeistert von der Leichtigkeit des Fahrens. Dieser zusätzliche Technologieschub hat dem Fahrrad aber technisch wieder ein Stück seiner Einfachheit geraubt.

Bevor ich Euch jetzt mit Berechnungen verscheuche, erlaube ich mir ersteinmal eine subjektive und lediglich qualitative Darstellung.

Wenn ich in der Lage bin, eine bestimmte Zeit t mit einer locker zu erbringenden Leistung P zu  radeln, dann gilt dies für Pedelec und Normalbike. Je nach Ünterstützungsgrad beim Pedelec werde ich mit diesem in der gleichen Zeit bei gleicher Eigenleistung weiter kommen. Oder ich fahr die gleiche Strecke wie mit dem Normalbike, aber in kürzerer Zeit bei wieder gleicher Eigenleistung. Oder ich fahr die gleiche Strecke in der gleichen Zeit aber mit einer geringeren Eigenleistung. Möglich wäre auch, bei weniger Eigenleistung in geringerer Zeit die gleiche Strecke zu fahren – mit mehr Motorunterstützung.

Die dritte Möglichkeit stützt die eigene Bequemlichkeit, die beiden ersten dienen der Erlebnismaximierung. Die vierte Option ist die Möglichkeit für Pendler, bei moderaten Streckenlängen aufs Auto verzichten zu können. Dass die Möglichkeiten 1 – 3 Spaß bringen, möchte ich nicht in Abrede stellen. Eine die Ökobilanz verbessernde  Wirkung hat meines Erachtens nur der 4. Aspekt.

Ich finde es nicht schlimm, statt 100 km am Tag nur 60 oder 70km fahren zu können. Es ist mir auch egal, wenn eine Radreise dadurch statt 4 Tage 6 Tage dauert. Und wenn ich nur 4 Tage Zeit hab…einfach mal die Strecke kürzen.

Und für die Gruppe: der Langsamste bestimmt das Tempo.

Höher schneller weiter…

tut uns allen nicht gut. Entschleunigung scheint doch ein oft geäußerter Wunsch zu sein. Bestimmt täte uns die Entdeckung der Langsamkeit gut. Die Wanderer haben es da besser. Leistungssteigerung durch e-shoes gibts nicht. Da zählt nur die eigene Leistung, nach der sich Strecke und Tempo richten.

Ich will keinem E-biker den Spaß am Radeln vermiesen, aber mittelfristig seh ich da ein ähnliches „Kriegspotential“ wie bei den Autos auf den Autobahnen und Landstraßen:“ Schneller ist stärker und besser“.

Wie immer freu ich mich über Anmerkungen zum Thema .  An einer quantifizierenden Version dieses Artikels arbeite ich, aber da das Physik ist, dauert es, bis ich das vernünftig und nachvollziehbar aufbereitet hab.

 

 

 

 

 

 

 

3 Kommentare

  1. Sven sagt

    Klasse Gedanken….
    Ich glaube wenn „man“ Jemanden mit einem E-Bike auf das Fahrrad locken könnte, der sonst lieber zu Hause geblieben ( oder ins Auto gestiegen) wäre , hat man doch schon was Guttes erreicht.

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